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Anton Günther wurde am 5. Juni 1876, als zweiter Sohn von Johannes und Elisabeth Günther, im böhmischen Grenzdorf Gottesgab geboren. Seinen Vater nannte man nur den Tholer Hans, weil er aus "Joachimsthal", also dem Thol, stammte. Der kleine Günther erhielt daher den Beinamen "Tholer-Hans-Tonl". Die Kindheit des Jungen war reich an Entbehrungen, denn der karge Lohn des Vaters und die kleine Landwirtschaft reichten nicht für die wachsende Kinderschar. So erspielte sich der Vater ein paar Groschen in der Grenzwirtschaft "Neues Haus", wo er Sonntags für die Jugend zum Tanz aufspielte. Anton begleitete den "Tholer Hans" oft und bekam so sein Gehör für die Musik, denn schon früh konnte er Lieder aus seinen Erinnerungen darbieten. Sein Gespür und Verständnis für die Heimat bekam er schon in der Kindheit. Egal ob beim Ziegenhüten, Holzholen oder Pilze sammeln lernte er sein Erzgebirge kennen. Zu seinem "Grußmütterle" pflegte er eine innige Beziehung. Im Jahre 1905 widmete er ihr sogar ein Lied. Bereits im Alter von 12 Jahren verliert Anton Günther die Mutter. |
Gern wäre er Forstmann geworden. Sein Vater schickte ihn jedoch zum Lithographen Schmidt in die Lehre nach Buchholz. Der Meister sprach seinen begabten Lehrling bereits nach drei, anstatt vier, Lehrjahren frei. Im Jahre 1895 geht er in die entfernte Großstadt Prag. Hier arbeitet er für den kaiserlich, königlichen Hoflithographen A. Haase. In der großen Stadt fühlte sich Anton Günther nicht wohl, in einem seiner Lieder heißt es später: "..de Haiser sei do ganz aus Staa, de Menschen aah e su." So kam es, dass sich mehrere Eidgenossen zu den "Guttsgoher Obndn" trafen. In dieser heimatlichen Runde fehlte ein Lied in erzgebirgischer Mundart. Als ihm bei der täglichen Arbeit eine Melodie im Kopf |
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herumspukte, verfasste Anton Günther sein erstes Lied "Drham is Drham". Da dieses Lied immer wieder vorgesungen und abgeschrieben werden musste, kam ihm der Gedanke, dieses Lied mit einem Notenbild und einer Zeichnung zu versehen. So entstand die Liedpostkarte. |
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In den dreißiger Jahren erweist sich das Schaffen Anton Günthers als rückläufig. Der "neue Wind" weht nicht so rein über den Erzgebirgskamm, wie er sollte. Neue Devisenbestimmungen schränkten die Verdienstmöglichkeiten ein. Die Schwermütigkeit von Anton Günther bereitete der Familie große Sorge. Zu seinem 60. Geburtstag, am 5. Juni 1936, wurde ihm noch einmal höchste Ehre zuteil. Zahlreiche Vereine, Medien, Chöre und Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen beglückwünschen ihn. In tiefster Dankbarkeit rief er erneut die "Toler-Hans-Tonl-Stiftung" ins Leben. |
