Kindheit und Jugend
Eberhard Anger wurde am 9. September 1934 in Thum geboren. Schon als Kind zeigte er reges Interesse an der Musik, absolvierte eine 6 Jahre andauernde Klavierausbildung, welche er im Alter von 15 Jahren beendete. Während dieser Zeit wuchs in ihm das Interesse, selbst zu komponieren und Musikstücke zu schreiben. So folgte eine zweijährige Notenlehre beim damaligen Thumer Kantor. Er begann anschließend eine Lehre bei der deutschen Reichsbahn, wurde Heizer und später Lokführer, sein Traumberuf. Eberhard Anger war bekennender Blasmusikanhänger und komponierte erste Arrangements, die jedoch nicht von Erfolg gekrönt wurden.
Die 60er Jahre
1962 erhielt Eberhard Anger den "1. Preis am Klavier" im DDR - Maßstab und leitete das Kulturorchester Thum, welches im selben Jahr aus der Taufe gehoben wurde. Vier Jahre später gründete er zusammen mit Heinz Quasdorf und anderen Musikenthusiasten, u.a. Merten´s Opa Karl - Heinz Arnold, die "Bergkapelle Thum". 1968 veröffentlichte er den "Thumer Bergmarsch" und den "Marsch der Bergbrüderschaft Thum".
Ende der 60er - Anfang der 70er
Eberhard Anger musizierte in einigen Tanzkapellen, so zum Beispiel der "Eberhard - Anger - Band" und leitete das "Reichsbahnorchester Karl - Marx - Stadt". Seine Freizeit als Lokführer nutzte er stets zum Komponieren und Arrangieren - es entstanden viele Titel.
Die 80er Jahre
1980 komponierte er zum 1. Mai die "Grüße aus Thum" und verarbeitete im darauffolgenden Jahr verschiedene Berglieder im Arrangement "Die Bergmusik", welches zum 15-jährigen Jubiläum der Bergkapelle Thum geschrieben wurde. Im Jahre 1985 wurde in der überfüllten St. Annen Kirche der Bergstadt Annaberg - Buchholz, vor jugendlichem Publikum, das "Konzert für Orgel, Solotrompete und Blaskapelle", anlässlich des obererzgebirgischen Jugendtages, durch die Thumer Bergkapelle uraufgeführt.
Die 90er
1995 übergab er die musikalische Leitung der "Bergkapelle Thum" an Volker Kies, stand aber weiterhin als Berater und Helfer zur Verfügung. Außerdem blieb er der Kapelle an Schlagzeug, großer Trommel und den Pauken erhalten.
Nach der Jahrtausendwende
Im Jahre 2000 wurde ihm große Ehre zu Teil: Der sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine ernannte ihn zum "Oberbergmusikmeister" und zeichnete ihn für den Erhalt und die Förderung bergmännischer Musik aus. Die Bergkapelle Thum verabschiedete ihn im Oktober 2003 aus der musikalischen Aktivität. Weiterhin stand er aber beratend zur Seite. Zu seinem 70. Geburtstag durften "De Arzgebirgsch´n Bossen" musikalisch gratulieren. Am 12. Februar 2006 starb Eberhard Anger völlig unerwartet.
Eberhard Anger komponierte nicht nur Marsch-, Polka- und Walzerkompositionen, sondern hinterlässt ein umfassendes Gesamtwerk. Uns schrieb er 2004 das Lied "De Arzgebirgsch´n Bossen", welches wir zum Thumer Weihnachtsmarkt desselben Jahres zum ersten Male spielen durften. Damals erwies er uns die Ehre, auf der Bühne zu dirigieren. So oft es nur möglich ist, möchten wir dieses Lied des "Anger Eb" zum Besten geben, um dem wohl größten Musiker der Bergstadt Thum ein gebührendes Andenken zu bewahren. Denn ein Mensch ist erst dann tot, wenn man ihn vergisst...